Entstehung HKK
Carlos Schuler, in seiner Heimat besser unter Coco bekannt, kam 1983 bei einer Afrikareise mit einem alten VW-Kombi das erste Mal nach Bukavu. Er begeisterte sich sehr schnell für die Provinz Süd-Kivu im damaligen Zaïre. Damals als Skilehrer in Arosa tätig, entschied er sich 1986, erneut in den Kivu zu reisen, um Französisch zu lernen. Bei diesem Aufenthalt lernte er Christine Deschryver, die Tochter des Parkgründers, kennen.
Ab Januar 1994 wurde Carlos von der Deutschen Kooperation, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), als Verantwortlicher der Infrastruktur im Kahuzi-Biega-Nationalpark angefragt. Der tägliche Kontakt zur Natur und mit der Anrainerbevölkerung des Parks ergab in ihm schnell ein unzertrennliches Verhältnis zu diesem Teil der Erde.
1996 brach der «Krieg der Befreiung» aus. Beinahe alle auswärtigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie viele Kongolesinnen und Kongolesen, welche die Möglichkeit fanden, verliessen die Region. Carlos blieb vor Ort und schaffte schnell Kontakte mit den neuen Kriegsherren, um alles in die Wege zu leiten, den Nationalpark vor dem Schlimmsten zu bewahren und vor allem, seine kongolesischen Freunde und Wächter weiterhin unterstützen zu können.
Dank Sensibilisierung der internationalen NGOs und vor allem dank der kontinuierlichen Fortsetzung der Hilfe seitens der GTZ konnten die letzten Graueri-Gorillas gerettet werden. Die Parkwächter leisteten dabei einen unbeschreiblichen Einsatz unter grössten Gefahren.
Carlos kontaktierte auch oft und mit Erfolg die internationalen Medien, um auf die furchtbare Situation des Krieges aufmerksam zu machen. Schnell konnte er feststellen, dass im Allgemeinen das Interesse um das Wohlergehen der Gorillas mehr Aufmerksamkeit brachten als die Denunzieurungen der fürchterlichsten Vergewaltigungen oder die unbeschreibliche Gewalt gegenüber den Menschen im Herzen Afrikas. Das Interesse für die Gorillas erschien Carlos im groben Missverhältnis zu den unaufhörlichen Verstössen gegen die Menschenrechte an der kongolesischen Bevölkerung.
Bei einem Aufenthalt in der Schweiz war bei der Familie und bei Freunden eine grosse Solidarität auszumachen, und es waren Spenden zusammengekommen. Um diese Hilfsmittel in geordneter Weise einsetzen zu können, gründeten Familienmitglieder von Carlos, Freunde und Bekannte den Verein Hilfe für Kongo-Kivu (HKK).
Durch die ständige Präsenz auch während des Krieges und die unaufhörliche Öffentlichkeits- und Medienarbeit konnte das französische Fernsehen dazu bewegt werden, unter anderem den Film «Congo, un combat pour la vie» zu realisieren. Damit konnte er seine Arbeit zur Rettung der letzten Gorillas mit dem Leid der Bevölkerung gleicherweise in den internationalen Medien verbreiten.
Die grösste Ressource in der Demokratischen Republik Kongo ist die Frau. Sie gilt als der Motor der Familie. Durch die anhaltende Zerstörung der Frau wird die ganze Gesellschaft und damit auch die Natur zerstört.

